Bewegen uns nur Bad News oder geht es auch mit einem Lächeln?

Dieser Text ist mir im Zusammenhang mit der Petition gegen Rollkur in die Tastatur gelaufen. Hintergrund waren viele Kommentare im Netz wie „man schon wieder Rollkur, ändert sich doch eh nix“ und die Aussage einer sehr engagierten Pferdefrau, dass die kritischen Beiträge (und nicht die schönen) die meisten Leser haben. Ist es wirklich so, dass wir alle nur noch auf die schlechten bzw. spektakulären Nachrichten „anspringen“?  Nach dem Motto „ja, spektakulär und schlimm – aber was geht das meine Reitweise an, mein Pferd/Pony ist glücklich.“
Ich halte diese Petition für sehr wichtig und hoffe, dieser Anlauf bringt endlich den gewünschten Erfolg. Für alle, die noch nicht teilgenommen haben hier der Link:  Petition gegen Rollkur

Die letzten Tage sind mir sind mir einige Dinge aufgefallen, die ich schade finde:
1. Die großen Verbände aller Reitweisen halten sich – außer dem VFD, der klar Stellung bezogen hat- erstaunlicherweise vornehm zurück. Ebenso die relevanten Fachzeitschriften aller Sparten.
2. Die Reiterwelt – und hiermit meine ich alle, die Pferde haben, Reiten, Bodenarbeit oder sonst was machen – ist sich mal wieder nicht einig! Leider gibt es u.a. die Rollkur in unterschiedlichen Ausprägungen in jeder Reitweise von klassisch über Gangpferde bis Western. Solche Trainingsmethoden sind nicht reitweisenspezifisch sondern hängen immer mit Trainer und Reiter zusammen, meist flankiert von Geld und Ruhm und den entsprechenden Zwängen. Ich fände es jammerschade, wenn bei rund 2 Millionen Reitern/innen in Deutschland eine Petition keine 100.000 Unterschriften zusammen bringen kann. Das kann doch nicht sein – im Endeffekt verbindet uns doch alle die Liebe zum Pferd, oder? Wie bei allem kann nur die geeinte Basis etwas bewirken – tun wir es doch einfach und gehen mit der gleichen Gelassenheit und dem Respekt miteinander um, wie wir es im Umgang mit den Pferden idealerweise tun.
3. Die  „großen“ Sportreiter/innen und Onlineportale haben sich bis auf wenige Ausnahmen nicht gegen unlautere Trainingsmethoden wie die Rollkur geäußert.
4Das Netz war plötzlich geradezu überflutet von „Bad News“ zum Thema Reiten und Trainieren. So wichtig es ist, Missstände anzuprangern, so finde ich doch immer, dass man aufpassen muss, die guten Dinge, Trainingsmethoden und Reiter/innen, die es in jeder Reitweise und Pferdearbeit gibt, nicht untergehen zu lassen. Es gibt Sie, die tollen Pferdemenschen, Reiter/innen und zwar in jeder Reitweise – ich durfte einige von Ihnen über die letzten Jahrzehnte kennenlernen.Bei solchem kollektiven Aufschrei habe ich immer das Gefühl, das ist genauso schnell vergessen, wie es aufgekommen ist- dafür gab es  ja genug Beispiele in der Vergangenheit. Und das wäre fatal, zeigt es doch denen, die so was gut heißen, dass Probleme „aussitzen“ reicht – und das reicht uns doch nicht oder?

Daher mein Plädoyer für mehr „Good News“ über feines, gutes Reiten und fairen Umgang mit dem Pferd. Denn das, was man oft hört, liest und sieht bleibt im Gedächtnis.Ich hoffe, dass die aktuelle Petition Erfolg hat und der mediale Aufschrei zum Verbot der Rollkur keine Eintagsfliege ist. Und, dass wir Reiter unsere „Lager“  verlassen, um gemeinsam etwas zum Wohl der Pferde zu bewirken!
Aufhören möchte ich damit, Euch zum Lächeln zu bringen – mit einem Video, das eine ganz besondere „Rollkur“ zeigt: Rollkur der besonderen Art 🙂

2 Gedanken zu “Bewegen uns nur Bad News oder geht es auch mit einem Lächeln?

  1. Ich finde es auch sehr beschämend, das bisher nur knapp 30.000 Stimmen zusammen gekommen sind und das sich fast alle Verbände nicht klar Stellung gegen die Rollkur beziehen. Jeder regt sich über die Holländischen Dressurreiter auf, aber bei Springreitern scheint diese Vorgehensweise völlig in Ordnung zu sein und leider ist ja auch der Islandpferdesport betroffen. Ich hoffe ich werde es noch erleben, das die Rollkur verboten wird, sicher bin ich mir nicht, solange versuche ich in meinem kleinen bescheidenen Rahmen, meine Pferde so pferdegerecht, wie mir möglich ist auszubilden und zu trainieren, auch als Vorbild für meine Kinder und andere.
    Liebe Grüsde Sabine

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  2. Pingback: Heute schon gelacht? - PferdeSpiegel

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