„High-Class und außergewöhnlich“ zum „Dumpingpreis“ – wohin gehen wir? – eine persönliche Betrachtung

Heute morgen bewegt mich gerade etwas, was ich in Zukunft hier unter „Standpunkt“ veröffentlichen möchte – also meine rein subjektive, private Betrachtung zu einem Thema.
Da ich gerade dabei bin, mich beruflich zu verändern und dementsprechend auch Bewerbungen schreibe, kann ich sagen: „Mann hat sich die Bewerberwelt in den letzten 14 Jahren verändert“. Gesucht wird „high-class, außergewöhnlich“ aber bei vielen Firmen ist dann der Bewerbungsablauf so was von Standard. Standardportale, Standardfragen, kein Platz für Lebensläufe von „gestandenen“ Profis. Das war also der Auslöser für ein paar Gedanken zu „immer besser, höher und weiter“ verbunden mit einer Haltung, die zugleich „billig, billiger, am billigsten“ fordert…

Was läuft gerade falsch? Wir wollen alles in „super und besser“ und aber nur „das Minimum, wenn nicht weniger“ dafür ausgeben.

Z.B. beim Pferdekauf:
Das Pferd (mal egal ob Islandpferd oder nicht), das gesucht wird, soll von einem engagierten Züchter (der das ganze bitte mit viel Idealismus betreibt) mit super Pferdeeltern sowie aus einer artgerechten Haltung kommen und fundiert ausgebildet sein, am besten in „Traumfarbe“. Ach ja, nicht zu vergessen, da müssen alle drauf reiten können – vom Anfänger bis zum Crack und das Pferd muss immer lieb sein und bitte nie krank werden.
Aber da wir natürlich alle fleißig im Internet in den Unterschiedlichsten Portalen und Gruppen unterwegs sind, „wissen“ wir, was so ein Pferd wert ist – nämlich eher weniger als mehr – also wenn es nach der allgemeinen Käufermentalität geht. Und das ist so schade, denn ein vernünftig ausgebildetes Pferd gibt es nun mal nicht zum „Dumpingpreis“. Zu einem Preis, der den Anforderungen des Käufers und den Gegebenheiten des Pferdes angepasst ist (kein überteuerter „Fantasiepreis“ was es leider auch gibt), gibt es so ein Pferd schon. Und man spart sich viel Zeit und Nerven damit – also nicht verzagen bei der Pferdesuche – aber auch realistisch bleiben, bei dem was man sich leisten kann.

Ein anderer lebensnotwendiger Bereich sind unsere Lebensmittel. Ganz ehrlich, die wenigsten von uns haben nicht schon mal etwas eingekauft, von dem wir in unserem tiefsten Inneren wussten, dass es zu diesem Preis z.B. nicht aus einer artgerechten Haltung kommen kann. Wenn wir mal von unserer „romantischen Ader“ in der Realität ankommen, dann werden wir sehen, was Massentierhaltung bedeutet – wenn wir nicht lieber wegschauen, „weil man so was Grausames ja nicht sehen kann“ – aber essen schon, liegt ja praktisch verpackt und anonymisiert überall rum.
Ein weniger krasses Beispiel für mehr Geschmack hatte ich neulich in meiner eigenen Familie. Es gab an zwei unterschiedlichen Tagen Bratkartoffeln vom Blech – aus unterschiedlichen Kartoffeln (einmal „Massenbio“ (was immer noch besser ist, als gar kein Bio) vom Discounter, einmal vom örtlichen Kartoffelbauern, nicht „bio“ aber regional.
Überzeugt hat dann am Ende der weitaus bessere, weil „kartoffeligere“ Eigengeschmack, der Kartoffeln vom „kleinen Bauern“.

Ich will hier niemanden überzeugen. Mir ist außerdem bewusst, dass man im normalen Leben eine gesunde „Mischkalkulation“ machen muss, um z.B. mit einer Familie gut über die Runden zu kommen.

ABER: Wir alle können was tun, denn der Trend zu „billig, billig, billig“ ist bereits dabei, auch in unsere Arbeitswelt einzusickern – und dann können wir uns alle am Ende wirklich nur noch „billig“ leisten. Wollen wir das wirklich?

Es ist doch einen Versuch wert, zumindest bei einigen Käufen darüber nachzudenken, ob „gute Qualität zum angemessenen (nicht überteuerten!) Preis“ nicht auf Dauer die bessere Wahl ist.

In diesem Sinne eine gute Woche, Eure Frau Rossi

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